Der Athikan

Ein Blog, der sich kritisch, satirisch oder ernsthaft mit unsinnigen und schädlichen Äußerungen aus theologischen, geistlichen und sonstigen religiösen Quellen beschäftigt.

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In der Bibelschule (25)

In dieser Lektion geht es ums Abendmahl. Das ist etwas, was unterschiedliche christliche Konfessionen unterschiedlich interpretieren, begehen, und was sie auch als Grundlage nehmen, sich gegenseitig auszuschließen. Die Ansichten zur Bedeutung der Abendmahl-Feier reichen von symbolisch bis hin zu Jesus erscheint körperlich und wir können ihn wirklich essen. Schauen wir, was die Siebenten-Tages-Adventisten, die sich ja möglichst gesund ernähren wollen, dazu schreiben.

Das Märchen im Märchen

Bei der deutschen Tagespost, einem konservativ katholischen Portal, das sich als Journalismus bezeichnet, aber nur Propaganda zusammenbringt, fand ich einen Artikel in der Kategorie Kinderkatechese. Er enthält eine erfundene Geschichte (im weitesten Sinne), und Erklärungen dazu. Beim Lesen kommt die Inhaltsleere des katholischen Glaubenssystems deutlich zum Vorschein.

In der Bibelschule (24)

Die vierundzwanzigste Lektion hat den Titel Hauptsache Gesundheit, und beschreibt, wie aus den Büchern antiker Völker, deren medizinisches Wissen aus Beobachtung ohne wissenschaftliche Methoden und Glauben zusammengesetzt war, für unser heutiges Leben Ratschläge für die Gesundheit abgeleitet werden können. Also aus der Zeit, in der die durchschnittliche Lebenserwartung für Personen, die die Geburt überlebt haben, nur 33 Jahre betrug und kaum jemand über 60 Jahre alt wurde.

In der Bibelschule (23)

In der dreiundzwangzigsten Lektion geht es um Sex, Ehe, Familie und Kinder. Der Titel lautet: Fragen der Existenz. Natürlich dürfen auch diese privaten Dinge zwischen zwei Menschen nicht ohne vermeintlich göttliche Einmischung ablaufen – Christen haben sich ja schon immer dadurch ausgezeichnet, dass sie anderen vorschreiben wollen, was sie im Schlafzimmer machen dürfen und vor allem was nicht.

In der Bibelschule (22)

Die zweiundzwanzigste Lektion ist mit Alles zu seiner Zeit betitelt und legt den Fokus auf den Sabbat. Dies ist ein Steckenpferd der Siebenten-Tages-Adventisten, ihr Name leitet sich schließlich davon ab.

In der Bibelschule (21)

Die einundzwanzigste Lektion ist mit Liebe statt Leistung betitelt und wird mit einigen Absätzen über die Liebe eingeleitet. In diesen wird dann ein Bogen zu den Geboten Gottes gespannt, die ein Ausdruck seiner Liebe sein sollen. Diese Gebote bilden dann der Schwerpunkt der Lektion.

In der Bibelschule (20)

Die zwanzigste Lektion hat den Titel Christlich sein in der Praxis und beschreibt, dass ChristInnen handeln und bereit sind, Verantwortung für andere zu übernehmen. Daraus folgt einerseits die Erwartung, als christliche Menschen wohltätig zu sein und anderen zu helfen. Andererseits wird auch erwartet, dafür zehn Prozent des Einkommens an Gott, also natürlich an die jeweilige Kirche abzutreten.

Neu auf Youtube: Warum der Kirche glauben?

Es gibt ein neues Musikvideo von Hanna im Athikan-Youtube-Kanal. Sie hat auch wieder die Akkordsymbole dazugeschrieben, also kann, wer mag, auch die Musik nachspielen.

In der Bibelschule (19)

In der neunzehnten Lektion bekommen wir angeblich Geschenke von Gott, manche von ihnen unter Zwang. Im Gegensatz zu normalen Geschenken wissen wir auch nicht, dass wir sie bekommen haben; wir müssen sie aktiv (mit der richtigen Menge biblischen und christlichen Selbstbetrugs) suchen. Und wir erfahren, dass die Geschenke mehr den Zielen des Schenkenden dienen als sie uns nützen.

Auferstehung Jesu: Die Hypothese taugt nicht

Heutzutage gibt es kaum noch Berufschristen, die sich mit der Behauptung der Nachweisbarkeit der christlichen Lehre in die Öffentlichkeit trauen – der Fokus liegt klar auf dem Glauben. Vor Ostern gibt es aber immer wieder den Versuch, die Auferstehung, einen zentralen Glaubensinhalt, als historisches Fakt herbeizuargumentieren. Die Argumente dafür werden nur nicht besser.

In der Bibelschule (18)

Die achtzehnte Lektion ist mit Niemand anderer betitelt. Sie erklärt uns, dass von allen unbelegten Behauptungen nur jene über den christlichen Gott wahr sind, andere Formen der Esoterik seien hingegen nur gefährlicher Aberglaube. Dieses Kapitel ist eine Übung in Projektion. Mit der Autorität der Bibel soll erklärt werden, welche Probleme es mit den anderen Welterklärungsansätzen gibt. Dabei werden immer wieder den anderen Glaubenssystemen Dinge unterstellt, die das Christentum selbst erfunden hat und/oder aktiv praktiziert.

In der Bibelschule (17)

Die siebzehnte Lektion heißt Liebe zum Leben. Der Untertitel weist gleich auf den Todeskult-Charakter des Christentums hin: Wir lieben das Leben. Jesus starb, damit wir ewig leben können. Das ist widerlich, ich hätte das von niemandem erwartet – was bringt es, ewig zu leben, wenn dafür jemand gefoltert werden und sterben muss? Was für ein Gott richtet eine Erde so ein? (Eh keiner, zum Glück.)

Der Athikan auf TikTok?

Hanna, eine talentierte Musikerin und Freundin des Athikans hat ein Lied aufgenommen: The Gospel of Enlightenment. Sie hat dafür ein altes Volkslied etwas umgetextet. Das Video ist auf TikTok zu finden, und jetzt auch auf Youtube.

Predigt-Check: Life Church Vienna, Gianni Gaeta

Diesmal geht es um eine freichristliche Predigt aus einer kleinen Church in Wien. Pastor Gianni Gaeta greift ein interessantes Thema auf: Sei kein Opfer. Das ist eine positive, auch säkular humanistisch formulierbare Idee, und in der Predigt gut vorgetragen. Die Erzählung lässt sich biblisch belegen, und die Predigt umschifft mehr oder weniger geschickt die logischen Mängel und Widersprüche zu christlichen Kerninhalten.

In der Bibelschule (16)

Die sechzehnte Lektion ist mit Das Christentum hat eine Zukunft betitelt. Der Untertitel beginnt schon mit den inneren Widersprüchen: Die Christen stehen mit beiden Füßen auf dem Boden. Sie wissen, dass Jesus zurückkommt. Es geht wie angedeutet um die Zukunftserwartung (von der wir spätestens seit der letzten Lektion wissen, dass die Adventisten sie seit 180 Jahren für die unmittelbare Zukunft erwarten), dass nach den beschriebenen Katastrophen und Gräueltaten des liebenden Gottes etwas Gutes nachkommt. Aber nur für die richtigen Christen, versteht sich.

In der Bibelschule (15)

Die fünfzehnte Lektion hat den Titel Große Erwartungen und den Untertitel Alles deutet auf die Endzeit hin. Jetzt geht es also um die bisher nicht so deutlich angesprochene, namensgebende Erwartung der Siebenten-Tags-Adventisten, dass die in den Evangelien und der Offenbarung des Johannes angesprochene Endzeit nahe bevorstehen soll. Dies haben sie bereits in der letzten Lektion als Prüfkriterium für die Wahl der richtigen Religionsgemeinschaft erwähnt, aber noch nicht weiter belegt. Das kommt jetzt – außer, dass sie sich wie üblich mit dem Belegen schwer tun.

In der Bibelschule (14)

Die vierzehnte Lektion ist mit Niemand lebt für sich betitelt, der Untertitel lautet Christ zu sein ist keine Privatangelegenheit, da die Christen von der Gemeinschaft mit Gott und den Menschen leben. Es geht darum, wie wichtig es ist, dass Christen eine gemeinsame Gruppe bilden. Natürlich wird in der Lektion auch darauf Bezug genommen, dass es unterschiedliche Gruppen gibt, also werden Kriterien für die richtige Wahl genannt.

In der Bibelschule (13)

Die dreizehnte Lektion heißt Für jemanden bin ich wertvoll, der Untertitel Kein Mensch ist überflüssig. Gott liebt und akzeptiert jeden. Das klingt nett, tolerant und offen, mal sehen, ob es so weitergeht. Meine zweideutige Antwort vom letzten Mal wurde wieder als richtig gewertet. Wenn die wüssten, was mein Gedanke dahinter war…

In der Bibelschule (12)

Die zwölfte Lektion heißt Wiedergeburt und setzt die Themen der vorherigen Lektion fort. In erster Linie geht es darum, dass die Taufe nur zählt, wenn man ganz untergetaucht wird (vergesst die Fake-Taufen, die viele in der katholischen oder protestantischen Kirche erhalten haben). Schön langsam wird also ein Kontrast zu den anderen Varianten des Christentums aufgebaut.

Dümmster Anzunehmender Glaubensunfall

Die Glaubenskongregation im Vatikan, Nachfolgebehörde der Inquisition, hat die Grundfeste des Katholizismus stärker erschüttert als es etwa Martin Luther oder irgendwelche AtheistInnen jemals getan haben. Wie? Sie hat tausende katholische Taufen nachträglich für ungültig erklärt und damit den Status der meisten Katholiken in einen unsicheren Schwebezustand verwandelt. Das hört sich dramatisch an, aber dies ist der offizielle katholische Standpunkt, zu Ende gedacht.

In der Bibelschule (11)

Die elfte Lektion heißt Fang an zu leben! und sie macht Werbung für eine Wiedergeburt. Die Aufgaben der letzten Lektion habe ich laut Bewertung großteils richtig gelöst. Die Lehrerin weist darauf hin, dass die Bibel zwischen Sohn Gottes und anderen Geschöpfen, den Söhnen und Töchtern Gottes unterscheidet. Sie zitiert Bibelstellen, in denen die Christen als Geschwister bezeichnet werden. Anders gesagt: Wir können uns nicht darauf verlassen, dass Wörter in der Bibel das bedeuten, was sie wirklich bedeuten.

In der Bibelschule (10)

Die zehnte Lektion heißt Gnade vor dem Urteil und es geht darin wieder um die Sünde sowie ihre angebliche Vergebung durch Gott. Meine Antworten auf die letzte Lektion wurden als 100 % richtig bewertet. Ich werde langsam ein richtig braver Bibelschüler ;-). Und ich habe auch eine biblisch unbegründete Antwort auf meine Frage, warum der Turmbau in Babel schlimm war und die viel höheren Türme seither nicht.

Predigt-Check: Paul Zulehner

Der frühere Theologieprofessor und Geistlicher Paul M. Zulehner hat zu Weihnachten eine Predigt in seinem Blog publiziert, die sehr gut zwei Kernelemente des Genres illustriert: Einerseits die Notwendigkeit (oder doch freie Entscheidung?), falsche Informationen als Fakt zu präsentieren, andererseits die willkürliche Einteilung in gute Dinge, die alle von Gott kommen und schlechte, mit denen er natürlich nichts zu tun hat. Die Person, von der die Predigt stammt, ist nach vielen Jahren Gewöhnung an diese Praxis so verblendet, dass solche inhaltliche Probleme sie nicht einmal stören.

In der Bibelschule (9)

Die neunte Lektion hat den Titel Auflehnung gegen Gott und die Einleitung Der Mensch wollte sein wie Gott, aus Egoismus lehnte er sich gegen ihn auf. Das verspricht, interessant zu werden. Allerdings geht es in der Lektion mehr um die Sünde. Meine zweideutigen Antworten auf die Textaufgaben der letzten Lektion wurden überraschenderweise als richtig bewertet. Die bewertende Person konnte oder wollte die Ironie wohl nicht sehen.

Schluss mit der Brieffreundschaft

Nach vier Briefen meiner Zeugen-Jehovas-Brieffreundin wird es Zeit, sie aufzuklären, wer ich bin, und ihre Punkte nochmal mit Nachdruck zu entkräften. Ich schreibe ihr noch eine E-Mail und hoffe, dass sie daraus lernt – zumindest, mich nicht mehr zu kontaktieren.

Zeugin des Kreationismus

Der Brief der Zeugin Jehovas hat diesmal etwas länger auf sich warten lassen. Ich bin offensichtlich kein einfacher Brieffreund und fordere sie. Im neuen Brief, der kurz nach der Wintersonnenwende eintraf, geht es um Wunder, die Gott-Eigenschaft von Jesus (Spoiler: Leider nein) und um die Unfehlbarkeit der Bibel. Auch mit Kreationismus-Propaganda wurde ich reich beschenkt.

In der Bibelschule (8)

Die Antworten auf die siebente Lektion wurden als 75 % richtig bewertet. Sogar Ich verwerfe und kritisiere falsche Behauptungen und Lehren als Beantwortung der Frage, wie sich mein Glaube im Alltag auswirkt, wurde als richtig gezählt. In der achten Lektion geht es ums Gebet, ein traditionelles Minenfeld für theistische und insbesondere christliche Logik. Da hilft der Bezug auf die Bibel auch nicht, weil darin – wie so oft zu unterschiedlichen Themen – Zitate zu jeder Aussage und ihrem Gegenteil zu finden sind. Schauen wir uns an, wie die Bibelschule an diesem Themenkreis scheitert.

In der Bibelschule (7)

Das Lernsystem hat mich schon wieder erinnern müssen, dass ich eine Woche lang nichts weiter gelernt habe. Die Antworten auf die Fragen zur sechsten Lektion wurden als nur halb richtig bewertet. Bei einer Antwort hat die bewertende Person sogar angemerkt, dass sie meine Antwort als zynisch empfindet. Sie kennt wohl diese Serie noch nicht. In der siebenten Lektion geht es um den Glauben, unter dem Titel Der Glaube ist eine Frage des Vertrauens. Das ist eine starke Ansage von Leuten, die sich im Laufe dieses Kurses regelmäßig als nicht vertrauenswürdig erwiesen haben, indem sie Dinge selektiv zitieren, bekannte Tatsachen ignorieren, und sogar ihre Identität verschleiern.

In der Bibelschule (6)

Es ist eine Woche vergangen, seit meine Antworten auf die Fragen der fünften Lektion korrigiert wurden. Nach Ablauf der Woche hat mich sogar das Lernsystem mit einer E-Mail erinnert, weiterzumachen. (Dürfen eigentlich die Server der Siebenten-Tages-Adventisten am Samstag solche Erinnerungs-E-Mails aussenden? Zählt das als Arbeit?) Die sechste Lektion ist über Jesus Christus und hat den Titel Er lebt für dich. (Ich habe gedacht, er wäre für uns gestorben, aber das ist sicher nur Haarspalterei.)

Die Zeugin bezeugt ihr Zeugnis

Der dritte Brief meiner lieben Brieffreundin von den Zeugen Jehovas hat auf sich warten lassen. Aber, wie ich vermutet habe, traf er schließlich doch ein. Wer in Österreich missioniert, muss jede Chance ergreifen; so viele offene Türen und Leute, die antworten, gibt es nämlich nicht. Und ich antworte natürlich wieder, das muss sie sehr glücklich machen.

In der Bibelschule (5)

Die Antworten auf die vierte Lektion waren zu 20 % richtig. Natürlich wurden meine kritischen Antworten und die Anmerkung, wie abscheulich die Texte sind, sobald man auch nur ein paar Sätze um die zitierten herum liest, nicht goutiert. Würden wir in den Lektionen nicht nur die Sätze, sondern auch ihr Textumfeld lesen müssen, wären die Inhalte zu lang und für niemanden interessant, lautet die Begründung. In der fünften Lektion geht es um Ende ohne Anfang.

Neues von der Brieffreundin

Meine neue Brieffreundin bei den Zeugen Jehovas hat mir geschrieben – wie gehabt einen handgeschriebenen, frankierten Brief. Als Antwort auf meine E-Mail. Diesmal auf Deutsch, was uns beiden leichter fällt. Sie beantwortet meine initialen Fragen sehr selektiv, kann sich aber lang und breit über ihren geliebten Jehova, dessen Name leider in so vielen modernen Bibelübersetzungen verschwiegen wird (seufz), ausbreiten.

In der Bibelschule (4)

Nachdem ich alle Fragen zur dritten Lektion richtig beantwortet habe (fast schon peinlich), geht es mit der vierten weiter. Der Titel ist einfach: Warum? Das wäre für kreative Gläubige mit einer entwickelten Theologie vielleicht eine Gelegenheit, die uralte Frage, wie ein gerechter, gütiger, allmächtiger Gott mit dem Zustand der Welt vereinbar ist, zu beantworten. Stattdessen gibt es diese Bibelschule, die daran grandios scheitert.

Briefe von den Zeugen

Allem Anschein nach haben die Zeugen Jehovas, früher berüchtigt für ihre unangekündigten Hausbesuche, in der Pandemie ihre Strategie gewechselt. Statt überall anzuläuten schicken sie jetzt handgeschriebene, persönliche Briefe. Ich habe schon voriges Jahr einen solchen bekommen, heute kam der zweite, von einer anderen Absenderin. Mein Name ist für Leute mit Ungarischkenntnissen sehr eindeutig einordenbar, anscheinend bin ich deswegen für solche Leute in Österreich interessant. Die heutige Briefeschreiberin weist darauf hin, dass sie mich in der öffentlich zugänglichen Unternehmensliste der Wirtschaftskammer gefunden hat. Das ist ein gewisser Aufwand – aber deutlich weniger als das Vollschreiben einer A4-Seite mit der Hand, Beschriften des Kuverts mit voller Unternehmensbezeichnung, und das Frankieren des Briefes.

In der Bibelschule (3)

Zuletzt musste ich ziemlich lang auf die Korrektur meiner Antworten auf die zweite Aufgabenrunde warten, fast hätte ich schon die Hoffnung aufgegeben, mit diesem Account noch weiter lernen zu können. Aber nach sechs Tagen traf doch die Bewertung ein – wie gehabt alles falsch, trotzdem darf ich den Kurs weitermachen. In der Zwischenzeit konnte ich interessante Dinge über die Siebenten-Tag-Adventisten herausfinden.

In der Bibelschule (2)

Im ersten Teil bekam ich eine christliche Broschüre, von der sich dann in der Recherche herausstellte, dass sie von den Siebenten-Tag-Adventisten kommt, einer relativ kleinen, aber offensichtlich stark missionierenden Glaubensgemeinschaft. Ich nahm das Angebot, einen Online-Bibelkurs zu machen, an. Die ersten Fragen zum einleitenden Text über die Bibel hatte ich bereits beantwortet. Schon kurze Zeit später bekam ich die Bewertung – um 22 Uhr herum an einem Feiertag. Die meisten Antworten wurden als falsch markiert – offensichtlich fehlt mir noch der Glaube an die Bibel. In Kommentaren bekam ich verschiedene Hinweise auf dem Niveau der Sonntagsschule für Zehnjährige (Gott ist die LIEBE selbst; Gott lehrt uns mit der heiligen Schrift, auf welchem Weg wir gehen sollen; ohne Glaube kann man Gott nicht gefallen usw.).

In der Bibelschule (1)

Im Postkasten des Ferienhauses lag plötzlich ein Büchlein, kaum mehr als eine Broschüre, mit 90 Seiten. Der Titel (aus dem Ungarischen übersetzt): Der beste Weg. Laut Impressum eine Übersetzung von Ellen G. White: Steps to Christ. Eine kurze Web-Suche ergibt, dass White eine Prophetin und wesentliche Mitbegründerin der Siebenten-Tags-Adventisten war. Wer diese Gruppe nicht kennt: Sie gehen von einer baldigen Wiederkehr von Jesus Christus aus, haben am Samstag ihren Ruhetag und legen großen Wert auf gute Ernährung. Priesterinnen lassen sie nicht zu. Und anscheinend haben sie genug Geld, um die Essays der Religionsmitgründerin übersetzen, drucken und gratis verteilen zu lassen. Der Text ist die übliche Ansammlung von erfundenen, aber mit tiefer Überzeugung vorgetragenen Dingen, non sequiturs und willkürlich ausgewählten Bibelzitaten; nicht sehr interessant. Nach einer kurzen Durchsicht hat die Broschüre den verdienten Weg ins Altpapier gefunden. Ein Aufkleber war jedoch interessant: Er lädt auf bibliaschuli.hu (Bibelschule) ein. Dort befinden sich tatsächlich – soweit ersichtlich – kostenlose Bibelkurse. Kurz entschlossen entscheide ich mich, einen Kurs zu machen. Kann ja nicht schaden.

Wer soll wen missionieren?

Die Wohltäter der Menschheit im Vatikan haben den Weltmissionssonntag, nein, warte, den Monat der Weltmission ausgerufen, die größte Solidaritätsaktion der Katholikinnen und Katholiken weltweit. Dabei stellen sich eine Menge Fragen: Wem nützt Mission? Wem schadet sie? Wer bezahlt sie und wer sollte wo missionieren? Und wer versteht überhaupt, dass es sich dabei häufig um ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit handelt?

Zwei, die es fast verstanden haben

Es ist amüsant, aber auch ein bisschen traurig, Christen dabei zuzusehen, wie sie die richtigen Überlegungen anstellen, ihre Umgebung beobachten, daraus logische Schlüsse ziehen, und dann kurz vor dem Ziel, nachdem sie schon alle Hürden genommen haben, sich noch eine unüberwindliche Blockade bauen, um gleich dagegenzuknallen. Der Grund dafür sind religiöse Denk-Hindernisse, die dann doch zu tief in sie hineingepflanzt wurden, und die sie auch nicht überwinden wollen, selbst wenn sie könnten.

Was steht in den 10 Geboten, und was hat das mit Ethik zu tun?

Kardinal Schönborn hat sich in der Zeitung Heute zu Wort gemeldet, um uns mitzuteilen, wie gut die Kirche es findet, dass der Ethikunterricht, der nach ihren Vorgaben eingeführt wurde, jetzt für alle, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, Pflichtfach ist. Dabei schafft er es, schon im ersten Absatz Ethik falsch zu beschreiben, mit Gesetzen zu verwechseln und dann auch noch die zehn Gebote falsch zu zitieren.

Wie du uns bekehren kannst

Du möchtest also AtheistInnen von der Wahrheit deines Glaubens überzeugen. Wir sind jedoch so skeptisch, bestehen auf Evidenz, Logik und guten Argumenten. Die übliche Indoktrinierung im Kindesalter, die fast alle Religionen praktizieren, haben wir überwunden oder dank vernünftiger Eltern nie aufgezwungen bekommen. Mit methodischem Vorgehen kannst du vielleicht trotzdem an dein Ziel kommen. Im Folgenden findest du Tipps und eine Struktur, wie du das bewerkstelligst.

Wer bringt das Licht?

Was kommt raus, wenn ein Weihbischof ein Buch über die Probleme der Kirche und der Zeit schreibt? Selbstverschuldete, weinerliche Verwirrung. Die Kultur des gesunden Menschenverstandes wird Anthropozentrismus entgegengesetzt, nur um das eine zu loben und das andere abzukanzeln. Aufklärung ist Finsternis und der atheistische Materialismus erhebt die Freizeit zum Gott.

Die zehn Gebote aus säkularer Sicht

Wir hören und lesen immer noch regelmäßig, auch in säkularen Medien, über die Schönheit, Eleganz, Relevanz und Aktualität der Zehn Gebote, oder z. B. über die wichtige Rolle, die sie für die Menschenrechte, unsere Ethik oder das Rechtssystem spielen. Gleichzeitig können die meisten AnhängerInnen der dazu passenden Religionen sie nicht auswendig aufzählen, während sie sonst ein sehr gutes Gefühl dafür haben, was erlaubt ist und was nicht. Schauen wir uns also einmal an, was diese 10 Gebote sind, woher sie kommen und was sie sagen.

Gott arbeitet unablässig...

Der Artikel „Gott, der Erlöser: das passende Lösungsmittel für jeden“ zeigt sehr gut, warum in der Wissenschaft die Begutachtung durch andere so wichtig ist: Die Aussage „Gott arbeitet unablässig dafür, sich uns verständlich zu machen, in Austausch mit uns zu treten“ ist so offensichtlich falsch, dass sie den Beitrag der Autorin (promovierte Chemikerin und „Geistliche Begleiterin“) ganz allein disqualifiziert.

Antwort auf den Leserbrief zur Zukunft der Theologie

Einen Monat nach Einsenden des Leserbriefs und einer weiteren Nachfrage bei der feinschwarz-Redaktion nahm dann doch ein Professor vom Institut für Pastoraltheologie und Pastoralpsychologie der Universität Graz Stellung.

Leserbrief zur Zukunft der Theologie an feinschwarz.net

Es war relativ klar, dass der letzte Beitrag zu lang und zu kritisch ist, um bei feinschwarz.net als Leserbrief akzeptiert zu werden. Um doch eine Diskussion über die Qualität des stark beworbenen Beitrags zu starten, habe ich einen im Ton abgeschwächten und viel kürzeren Text als Leserbrief eingeschickt.

Die Zukunft der Theologie – aber wie ist ihre Gegenwart?

Vor kurzem erschien der Beitrag „Es steht viel auf dem Spiel. Zur Zukunft der Theologie“ im „theologischen Feuilleton“ feinschwarz. Die AutorInnen sind PastoraltheologInnen von verschiedenen Universitäten in und um Österreich.